Missmutig sitzt Mara in ihrem Zimmer. Seit langem hat sie sich bereits einen Besuch in den Berliner Zoo gewünscht. Mara liebt Tiere über alles, besonders, wenn sie noch klein und hilfebedürftig sind. Sie schaut ihnen gern zu – beim Schlafen, Spielen oder Fressen. Wenn sie sich so tapsig bewegen oder gar die Welt erobern wollen. Traurig guckt Mara nun aus dem Fenster und seufzt leise vor sich hin: „Schade!“
Da kommt Mama herein. „Überraschung!“, ruft sie. „Komm, heute fahren wir endlich alle zusammen in den Zoo!“ „Toll!“, ruft Mara begeistert und schnappt sich ein paar Geldstücke aus ihrer Spardose. Sie hat ihr Taschengeld extra gespart, um Futter für die Tiere zu kaufen. Das gibt es ja im Zoo.
Mara, Papa und Mama machen sich mit dem Fahrrad auf den Weg. Maras kleine Schwester Moni sitzt im Kindersitz. Die Sonne scheint und Maras Gesicht ist vor Aufregung gerötet. Sie kann es kaum erwarten. „Wie viele Tiere hat der Zoo?“, ruft sie. „Wirst schon sehen!“, erwidert Mama.
Kaum im Zoo angekommen, kauft Mara gleich das Futter. Sie nimmt extra etwas mehr – für ihre kleine Schwester. „Prima!“, sagt Moni und lächelt Mara mit einem breiten Grinsen an.
Was gibt es nicht alles zu sehen! Elefanten, Giraffen, Füchse, Bären, Affen und andere Tierarten werden von Mara bestaunt. Sie ist ganz begeistert: Ein Besuch im Zoo – eine tolle Überraschung! Am besten gefallen ihr die munteren, braunen Affen. Die zeigen auf Schaukeln tollkühne Kunststücke oder verstecken sich hinter vorgehaltenen Säcken oder Tüchern.
Ein Affe streckt Mara sogar die Zunge heraus, so dass sie vor Entsetzen ganz laut ruft: „Iiiih, ist das eklig!“ und munter drauf los kichert. Plötzlich erschrickt Mara erneut. Nanu, was ist das denn an ihrer Schulter? Der größte Affe wirft mit Bananenschalen um sich und trifft ausgerechnet Mara. „Das ist gar nicht nett, Herr Affe!“, ruft Mara dem Affen zu und lacht herzhaft, als sie sich vom Schreck erholt.
Mara kann sich kaum von den Gehegen lösen. Doch es wird Zeit, eine Pause beim Spielplatz einzulegen und Mamas mitgebrachte Marmeladenbrote zu essen. Mara kann sich nicht erinnern, wann sie ihr jemals so gut geschmeckt haben. „Lecker!“, ruft sie ihrer Mama zu. „Frische Luft macht eben hungrig!“, sagt Papa und sie machen sich auch schon auf den Weg zu den Eisbären.
Manchmal steigt Mara beim Weg durch den Zoo aber auch ein strenger Geruch in die Nase. Das kommt dann von den Hinterlassenschaften der Tiere, die sie einfach fallen lassen, wo sie gerade stehen. Menschen hingegen suchen die Toilette auf. „Igitt, wie das hier stinkt!“, platzt es aus Mara heraus. Sie muss sich plötzlich die Nase zuhalten. „Macht denn hier keiner sauber?“, fragt sie entsetzt. Mama und Papa lachen.
„Die Tierpfleger kümmern sich um die artgerechte Pflege, Betreuung und Zucht der Tiere“, erklärt Mama ihrer Tochter. „Wenn ich einmal groß bin, möchte ich auch Tierpfleger werden“, sagt Mara stolz und schaut dem Tierpfleger anerkennend zu, wie er alles sauber macht.
Auf dem Weg durch den Zoo bemerkt Mara gar nicht, wie ihre Eltern sie und Moni immer wieder mit den Tieren fotografieren. Sie ahnt nicht, dass Mama und Papa sie heute Abend noch einmal überraschen wollen.
Zu guter Letzt geht es in den Streichelzoo, der nicht nur Mara, sondern auch Moni ganz besonders gefällt. Beide jubeln vor Freude. Sie verteilen das gekaufte Futter an die kleinen Böckchen und Ziegen. Im Nu sind sie umringt von einer Schar neugieriger und hungriger Lämmchen. „Das macht Spaß!“, rufen Mara und Moni wie aus einem Mund.
Mittlerweile ist es schon spät geworden und die Sonne geht unter. Ein Lautsprecher verkündet den Besuchern, dass der Zoo in wenigen Minuten schließt. Es wird Zeit, dass Mara und ihre Familie sich von den Tieren verabschieden. „Schade, dass der Tag schon fast vorbei ist!“, klagt Mara und schaut ihrer kleinen Schwester Moni traurig in die Augen.
Mara ist zwar unglücklich, gehen zu müssen, aber sie ist zugleich froh über diesen schönen Tag. Sie sagt: „Mama und Papa, danke für diese Überraschung! Das war echt tierisch!“ Ihre Eltern lachen.
Zu Hause angekommen, spricht die Familie beim Abendessen noch einmal über das tolle Erlebnis.
Papa nimmt sich extra Zeit für Maras Frage von heute Morgen, wie viele Tiere denn wohl im Zoo leben und liest vor: „Der Zoologische Garten in Berlin gilt als der artenreichste Zoo der Welt und beherbergt über 17.000 Tiere in fast 1.600 Arten.“ „Wow, da müssen ja viele Tiere gepflegt werden!“, sagt Mara und grinst.
Nachdem Papa seine beiden Töchter ins Bett gebracht hat, kommt Mama nochmal in Maras Zimmer herein. Sie hält etwas in der Hand und überreicht es Mara. Es ist ein wunderschöner, grün bemalter Bilderrahmen. Darin steckt ein Foto, auf dem Mara und die Affen zu sehen sind. Mara jauchzt vor Freude: „Das ist ja hübsch! Meine Lieblingstiere sind Affen und meine Lieblingsfarbe ist Grün!
Super, Mama!“ Sie schaut ihre Mama dankbar an. Das Bild wird sofort über ihr Bett aufgehängt, so dass sie sich jeden Abend an diesen herrlichen Tag erinnern kann. Heute schläft Mara selig ein und träumt von lustigen Abenteuern, die sie mit den braunen Affen aus dem Zoo erlebt.